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Auf ein Gespräch mit...

 

Bernd Erik Wiegand

Kurze Vita:
Geboren am 31.03.1970 in Rüsselsheim. 1989 Abitur am Friedrich-Dessauer-Gymnasium in Frankfurt-Höchst. Ab 1990 Architekturstudium in Dresden, Nantes und Paris. 1996 Diplom an der TU Dresden. Seit 2002 als freischaffender Architekt eigenes Architekturbüro in Kelsterbach. Ebenfalls seit 2002 verheiratet, 3 Kinder (17, 15, 13). Vor dem Studium Juso-Vorsitzender, seit 1989 SPD-Mitglied. 2005 – 2009 SPD-Ortsvereinsvorsitzender. Seit 15 Jahren 2. Vorsitzender des TuS Kelsterbach.

Herr Wiegand, Sie haben 3 tolle Kinder, sind seit vielen Jahren beim TUS ehrenamtlich aktiv und seit letztem Sommer Stadtrat und die zweite Legislaturperiode im Magistrat. Wie kamen Sie zu diesem verantwortungsvollen Ehrenamt?
Es ist sogar meine dritte Legislaturperiode. Meine erste war 2001 bis 2006 unter dem damaligen Bürgermeister Erhard Engisch. Der jeweilige Bürgermeister stellt sich seine „Mannschaft“ aus der eigenen Fraktion zusammen. Insofern fühlt man sich schon geehrt.

 

Warum leben Sie gerne in Kelsterbach?
Ich bin hier aufgewachsen und in familiärer Hinsicht ein richtiger „Eingeborener“. Dazu noch eine „Eingeborene“ als Frau. Was will man mehr?

 

Die Osterferien rücken näher, wohin geht Ihre nächste Reise?
Das haben wir familienintern noch nicht besprochen. Seit 2 Jahren machen wir da ja auch keine großen Pläne mehr. Ich könnte mir aber vorstellen, dass wir spontan nach Tirol fahren.

 

Welchen Sportarten gehen Sie noch?
Ich war während meiner Schulzeit aktiver Leichtathlet (ist das lange her). Jetzt begleite ich meine Kinder auf Wettkämpfe. Ich selbst mache gerne mehrere Tage dauernde Fahrradtouren und fahre sehr gerne Ski.

 

Welches Buch haben Sie gerade auf Ihrem Nachttisch liegen?
Entwürfe zu einem dritten Tagebuch von Max Frisch. Übrigens mein Lieblingsschriftsteller seit wir in der Schule „Homo Faber“ durchgenommen haben. Und Architektur hat er auch noch studiert.

 

Und welches Buch haben Sie Ihren Kindern früher immer vorgelesen?
Das kleine Blau und das kleine Gelb; Irgendwie anders; Bärenbrüder

 

Mit wem würden Sie gern für einen Tag den Platz tauschen?
Eigentlich mit keinem. Allerdings gibt es viele Menschen, die ich bewundere. 

 

Total überwertet finde ich … 
das Bestreben nach Selbstoptimierung. Das führt nur zu Unzufriedenheit.

 

Ihr bislang schönstes Reiseziel?
Eine 4-wöchige Campingtour mit der Damenhandballmannschaft des BSC Kelsterbach durch Südafrika. Da ist was hängengeblieben.

 

Ihre Helden des Alltags?
Alle die, die sich selbst nicht zu wichtig nehmen. Die sich in den Dienst der Gemeinschaft stellen und dabei trotzdem nicht zu kurz kommen.

 

Welche Gabe würden Sie gerne besitzen?
Öfter mal abzuschalten. Außerdem würde ich gerne besser Klavierspielen.

 

Was ist Ihr nächstes Projekt?
Jeder Tag ist ein nächstes Projekt. Das Bemühen um ein glückliches Familienleben, der Wunsch nach der Realisierung guter Häuser, in denen die Menschen sich wohlfühlen, sowie das gemeinsame Weiterentwickeln einer guten Zukunft für Kelsterbach.

 

Das Interview wurde per Mail im Februar 2022 geführt.

ältere Gespräche

 

Manfred Ockel

Kurze Vita:
Manfred Ockel wurde am 15.2.1959 in Rüsselheim geboren. Sein Abitur hat er auf dem Immanuel-Kant Gymnasium absolviert. Dort war er im Chor, leitete 6 Jahre die Schulbücherei und war stellv. Schulsprecher. Nach dem Abitur machte Manfred Ockel eine Lehre im Garten- und Landschaftsbau und studierte anschließend in Mainz Dipl. Geografie mit Schwerpunkt Geo - Ökologie. 1985 baute er die Naturschutzbehörde der Stadt Rüsselheim auf - damals trat in Hessen das Naturschutzgesetz in Kraft. Seit 2010 lebt und arbeitet Manfred Ockel in Kelsterbach.

Herr Ockel, sie sind gerade wieder als Bürgermeister bestätigt worden. Erzählen Sie, was ist das für ein Gefühl, wenn eine ganze Stadt hinter einem steht?
Man fühlt sich bestätigt, dass man die Stadt mit den Menschen gemeinsam entwickelt und auch lebt. Es ist ein schönes Gefühl, von den Menschen in Kelsterbach eine solche Bestätigung zu bekommen.

Warum leben Sie gerne in Kelsterbach?
Weil Kelsterbach eine wunderbare Mischung aus Großstadt und Kleinstadt ist. Auf der einen Seite ist man schnell in großen Städten wie Frankfurt und Wiesbaden, auf der anderen Seite ist man mit den kleinstädtischen Strukturen ganz eng mit den Leuten hier beisammen. Kurze Wege, gute Verkehrslage und rundherum viel Grün.

Wohin wird ihr erster Urlaub gehen, wenn die Pandemie unbeschwertes Reisen wieder zulässt?
Ich bin als Geograf ein sehr reiselustiger Mensch. Aber in diesem Jahr haben wir beschlossen, wie schon früher, als die Kinder noch klein waren, an den Bodensee zu fahren.

Welches Buch haben Sie gerade auf ihrem Nachttisch liegen?
Ich lese gerade „Der Wal und das Ende der Welt“ von John Ironmonger. Ich bin aber erst auf Seite 12. „Die Säulen der Erde“ von Ken Follett, habe ich davor gelesen.

Und welches Buch sollte jedes Kind gelesen haben?
Mir ist sofort die Raupe Nimmersatt eingefallen, die musste ich meinen Kinder immer vorlesen.

Eine Marotte von Ihnen?
Ich bin mehr im Garten als im Haus.

Mit wem würden Sie gern für einen Tag den Platz tauschen?
Mit einem Ranger im Nationalpark, am liebsten in der Serengeti, um Tiere zu beobachten.

Wo klappt Offline besser als Online?
Offline klappt viel besser bei der internen Kommunikation, bei Dialogen und bei zwischenmenschlichen Beziehungen.

Total überwertet finde ich … 
Die Hysterie und Schlagzeilen, die in den Medien passieren. Ich wäre für mehr Sachlichkeit als dieser derzeitige Journalismus.

Was ist Ihr nächstes Projekt?
Die Gartengestaltung am Haus meines Sohnes.
Wenn es um Kelsterbach geht, da gibt es viele Projekte, die in Vorbereitung sind. Das für mich Wichtigste ist der Neubau der Karl-Treutel-Schule.

Ihre Helden des Alltags?
Das sind zweifellos Ärzte und Pfleger!

Welche Gabe würden Sie gerne besitzen?
Ich würde gerne ein Musikinstrument gut spielen können: Trompete, Saxophon oder auch Geige.

Was ist die beste Zeit des Lebens?
Es gab für mich keine beste Zeit des Lebens. Jeder Lebensabschnitt war eine wunderbare Zeit. Ich lass mich überraschen, was als Nächstes kommt.

 

Das Interview führte Meike Betzold, Bibliotheksleitung
Juni 2021

 

Roland Rücker

Kurze Vita:
Seit 1990 bin ich in Kelsterbach Zuhause.
Noch länger arbeite ich am Flughafen.
Noch lieber bin ich mit und für das Fahrrad unterwegs...

Herr Rücker, sie sind jetzt seit dem 1.10.2019 ehrenamtlicher Fahrradbeauftragter der Stadt Kelsterbach? Warum bewegt Sie das Thema?
Weil das Fahrrad, verbunden mit viel Freude, gesund, an der frischen Luft, leise, meist direkt vor die Tür, in vergleichsweise und manchmal überraschend kurzer Zeit, von A nach B bewegt:
Ob zum Bäcker, zur Arbeit, zu Freunden, zu Besprechungen im Rat- oder Fritz-Treutel-Haus, entlang der schönsten Flüsse Deutschlands oder auch bis an den Atlantik.
Aber keine Frage: der Wind kommt immer von vorne...
Zurück nach Kelsterbach und in die Stadtbibliothek – ein Besuch dort fühlt sich manchmal auch wie ein kleiner Urlaub an, und so kann ich einen dortigen Besuch (auch für die Urlaubsvorbereitung) nur wärmstens empfehlen. PS: guten Kaffee und freundliche Gesichter gibt’s dort auch...

Warum leben Sie gerne in Kelsterbach?
Weil der Wege zur Arbeit kurz ist – vor jedem Frühdienst, kurz vor sechs, fünfzehn Kilometer mit dem Rad, das wäre auch mir zu viel des Guten. 
Natürlich aufgrund des Freundeskreises, über den ich mich hier im Ort und im Rhein/Main Gebiet glücklich schätzen darf. 
Wegen meinen Geschwistern in der Petrusgemeinde, zu der ich gehöre. 
Ich mag die Nähe zu unserem „Kelsterbacher Wohnzimmer“ am Main, dem Wald und Frankfurt. 
Und schließlich ist es komfortabel, alle viertel Stunde eine S-Bahn zu bekommen und einen ICE Bahnhof quasi vor der Haustür zu haben.
 
Seit meiner Tätigkeit im Ehrenamt lebe ich, das sage ich gern, noch lieber hier: 
Es verbindet immer mehr mit Menschen die hier leben und arbeiten. 
Auch weil ich jeden Tag dazu lerne, wie diese Stadt „funktioniert“.
Der Blick hinter die Kulissen: Wer steckt dahinter? Wer macht was, bringt sich wie ein? 
Wer sind die eher Unsichtbaren, die die Stadt mit am Laufen halten... 
So habe ich in den vergangenen anderthalb Jahren unglaublich viele interessante und faszinierende Menschen kennen und schätzen gelernt. So bedanke ich mich für die Gelegenheit, das hier einmal deutlich zum Ausdruck bringen zu dürfen.
  
Wohin wird Ihre erste Reise gehen, wenn die Pandemie ein unbeschwertes Reisen wieder zulässt?
KOPENHAGEN – und ich freu mich drauf wie Bolle...

Welches Buch haben Sie gerade auf ihrem Nachttisch liegen?
Jan Gehl „Städte für Menschen“ 

Mit wem würden Sie gern für einen Tag den Platz tauschen?
Alexander Gerst, wenn er wieder „oben“ ist.
Ich finde, mit seiner Intelligenz, seinen Kenntnissen und natürlich seinem Blick von der ISS auf die Erde, ist er dann immer mit schwereloser Leichtigkeit in der Lage, hellauf zu begeistern, unglaublich zu motivieren, grenzenlos zu denken, und faszinierende Antworten zu geben... 

Wo klappt Offline besser als Online?
Natürlich sehe ich, gerade bei Seminaren und Sitzungen, wie unglaublich viele Ressourcen, Zeit und Wege online eingespart, bzw. vermieden werden. Letzteres sieht man deutlich an den sinkenden Unfallzahlen auf den Straßen in den letzten eineinhalb Jahren. Offline Zuhause ist weitaus angenehmer als Online im Stau oder in vollen S-Bahnen. Leider jedoch einhergehend mit dramatischen Verlusten von tausenden Menschenleben durch die Pandemie. Das Eine wiegt das Andere bei Weitem nicht auf. 

Total überwertet finde ich …  
... wieviel Raum man noch immer glaubt, Autos zur Verfügung stellen zu müssen. 
Unterbewertet finde ich hingegen oft die Vorteile, welche das Fahrrad aufgrund der geringen Distanzen in Kelsterbach bietet: 
Nicht jeder Einkauf ist ein Großer, zur Post bringen wir nicht nur sperrige Pakete.
Die Verhältnismäßigkeit des Einsatzes von ca. 2000 Kilogramm KFZ auf drei Kilometern für den „Transport“ von 20 Gramm Brief oder einer Tüte mit 200 Gramm Brötchen stelle ich in Frage.

Was wollten Sie als Kind immer werden?
Feuerwehrmann, Herr Rolle wir müssen reden ;-)

Was ist Ihr nächstes Projekt?
Die Reise nach Kopenhagen vorbereiten. Wir sehen uns dort...

Ihre Helden des Alltags?
Da ist meine Lieblingsfrage mit deren Beantwortung ich mir schon viel zu lange Zeit gelassen habe: 
Die Mitarbeiterinnen & Mitarbeiter der Kelsterbacher Kommunalbetriebe:
Sie machen unsere Stadt schöner, bunter, sauberer, entspannter, grüner, orangener, sicherer, wieder heil und an vielen Stellen auch immer wieder neu. Mal ist es dabei extrem heiß, mal saukalt, klatschnass, harte körperliche Arbeit, stundenlang gebeugt wie die Spargelstecher, es stinkt, ist eklig, glitschig und dazu noch steil, oder hoch, mit Schrammen, Dornen und Schnitten, herausfordernd, stressig, in jeder Hinsicht anspruchsvoll und manchmal und eigentlich gar nicht Ihre Aufgabe... 
Sie machen es einfach, und sie machen es klasse! Ja, vor Ihnen ziehe ich den Helm - Jeden Tag auf’s Neue. 

Was ist die beste Zeit des Lebens?
Zeit mit der Familie, den Freunden und all den Menschen, von denen hier die Rede ist...
Somit auch, wenn ich den Bürgern Kelsterbachs rund ums Radfahren behilflich sein kann.

Kelsterbach, im Juli 2021

 

Frank Wiegand

Kurze Vita:

  • Geboren am 19.01.1979 in Wiesbaden-Sonnenberg
  • verheiratet
  • Mit 16 Mittlere Reife
  • Ausbildung zum Metallbauer Fachrichtung Konstruktionstechnik
  • Abitur auf zweitem Bildungsweg am Ketteler-Kolleg des Bistum Mainz
  • 2002 – 2012 Küster am Mainzer Dom
  • 2012 – 2020 Flughafen Frankfurt in verschiedenen Positionen
  • Aktuell: Fachreferent Dienstleistungssteuerung bei der Deutschen Bahn Station&Service AG
  • 2002 Eintritt in die CDU
  • Seit 2019 Vorsitzender des CDU-Stadtverbandes Kelsterbach

Herr Wiegand, Sie sind seit kurzem Stadtverordnetenvorsteher. Wie kamen Sie zu Ihrem politischen Ehrenamt?

Ich habe mich sowohl als Bürgermeisterkandidat, als auch als Stadtverordneter für die CDU bei den Wahlen im März 2021 beworben. Da Helga Oehne nach vielen Jahren dieses Amt nicht mehr weiterführen wollte, wurde ich gefragt, ob ich ihr Nachfolgen möchte. Ich bin sehr dankbar, dass man mir das zutraut.

Warum leben Sie gerne in Kelsterbach?

Kelsterbach ist nicht nur eine schöne Stadt im Herzen des Rhein-Main-Gebiets, sondern hat für meine Frau und mich eine besondere Bedeutung. Als wir uns kennenlernten und zusammenkamen, machte meine Frau eine Ausbildung in Kelsterbach zur Speditions-kauffrau. Wir trafen uns dann öfters in der Mittagspause hier und veranstalteten Picknicks am Mainufer. Damals ahnten wir noch nicht, dass wir hier dann auch unser Haus bauen würden. Heute hat sich der Kreis für uns geschlossen.

Wohin wird ihre erste Reise gehen, wenn die Pandemie ein unbeschwertes Reisen wieder zulässt?

Wir werden erstmal an die Nordsee fahren, das Meer übt auf uns schon immer eine Faszination aus.

Welches Buch haben Sie gerade auf Ihrem Nachttisch liegen?

Achtsam Morden von Karsten Dusse

Mit wem würden Sie gern für einen Tag den Platz tauschen?

Mit dem Papst, um einmal in das vatikanische Archiv zu kommen und dort zu stöbern.

Total überwertet finde ich …  

Materieller Reichtum, der nützt einem nichts, wenn man nicht lernt, zufrieden zu sein mit dem, was man erreicht hat.

Ihr bislang schönstes Reiseziel?

Die Hawaiianischen Inseln. Diese durch die Kraft des Feuers inmitten des Ozeans entstandene Inselkette mit ihren herrlichen Landschaften.

Was wollten Sie als Kind immer werden?

Feuerwehrmann, aber bei uns gab es keine Jugendfeuerwehr, die wurde erst später gegründet. Schade.

Ihre Helden des Alltags?

Die Mitarbeiter:innen von Feuerwehr und Rettungsdiensten, die tagtäglich ihr eigenes Leben riskieren, um anderen zu helfen.

Welche Gabe würden Sie gerne besitzen?

Heilen zu können, die Pandemie zeigt uns, wie wichtig unsere Gesundheit ist.

Was ist ihr nächstes Projekt?

Da habe ich zurzeit nichts geplant. Ich habe ja erst zwei Projekte abgeschlossen, politisch den Wahlkampf und da gilt es jetzt erstmal anzukommen in der neuen Aufgabe und sich darauf zu konzentrieren, die Antworten auf die Zukunftsfragen für Kelsterbach zu finden.

Und privat habe ich einen Teich ausgehoben und mit dem Aushub einen Bachlauf angelegt. Das ist eine wunderschöne Oase der Ruhe, an der sich die Tiere tummeln. Herrlich um mal runterzukommen.

 

Raywen White

Kurze Vita:

Der Liebe wegen ist Raywen White nach ihrem Informatikstudium ins Rhein-Main-Gebiet gezogen, wo sie heute gemeinsam mit ihrem Mann lebt. Schon als Kind wurde ihr nachgesagt, sie habe eine lebhafte Fantasie. Allerdings begann sie erst 2014 ihre bildgewaltigen und gefühlvollen Geschichten, die ihr im Kopf herumschwirrten, zu Papier zu bringen.

Liebe Frau White, was uns alle brennend interessiert: schreiben Sie gerade wieder an einer neuen Geschichte?

Genaugenommen sogar an mehreren. Auch wenn ich schreibtechnisch das letzte halbe Jahr kürzergetreten bin, hatte ich dennoch immer wieder ein paar Ideen, die ich zu Papier bringen musste. Momentan arbeite ich an einer Geschichte, die in Prag spielt und von Engeln, Dämonen und Vampiren handelt.

Seit wann wollen Geschichten aus Ihnen raus?

Rückblickend kann ich das gar nicht mehr genau sagen. Als ich vor sieben Jahren anfing zu schreiben, war es wie ein Befreiungsschlag. Ich habe erst danach gemerkt, dass Geschichten zu erzählen schon immer ein Teil meines Lebens war. Es hat nur nie jemand diese hören oder lesen können, denn sie waren nur in meinem Kopf. Viele Schreibanfänger starten mit Fanfictions. Als Kind habe ich ebenfalls oft die Geschichte von Büchern oder auch Fernsehserien für mich selbst weitererzählt oder verändert. Ich konnte stundenlang in einer Ecke sitzen und war in meiner eigenen Welt. Jedoch hatte ich nie den Gedanken gehabt, etwas aufzuschreiben, denn ich hatte Angst ausgelacht zu werden.

Warum leben Sie gerne in Kelsterbach?

Was ich besonders mag ist, dass Kelsterbach vor durch die Nähe zu Frankfurt viele Vorteile des Großstadtlebens bietet, aber gleichzeitig auch die Ruhe und das familiäre Ambiente einer kleinen Ortschaft. Ich fahre gern mit der S-Bahn nach Frankfurt, bin aber auch froh am Abend wieder dem Trubel zu entkommen. Als ich hierherzog, habe ich mich immer als wurzellos bezeichnet, da ich oft umgezogen bin und mich nie wirklich irgendwo heimisch gefühlt habe. Mittlerweile habe hier Wurzeln geschlagen und mit meinem Mann, der hier aufgewachsen ist, ein Haus gebaut.

Wohin wird Ihre erste Reise gehen, wenn die Pandemie ein unbeschwertes Reisen wieder zulässt?

Das kommt darauf an, wann die Pandemie dies zulässt. Aktuell eingeplant ist es nächstes Jahr zur Leipziger Buchmesse zu fahren. Wenn das funktioniert, werde ich mit zwei Autorenkolleginnen, die mittlerweile auch sehr gute Freundinnen sind und in der Nähe wohnen, dort ein langes Wochenende verbringen. Wirklich Urlaub machen werde ich allerdings erst mit meinem Mann nächsten Herbst auf Gran Canaria.

Welches Buch haben Sie gerade auf ihrem Nachttisch liegen?

Eigentlich keins und doch zugleich sehr viele, da dort der E-Book-Reader liegt. Gerade beendet habe ich The Witch Queen von Verena Bachmann. Momentan lese ich für K. Elly de Wulf den zweiten Teil der kleinen Alpakaform in Schottland test, der voraussichtlich nächstes Jahr im März erscheinen wird. Als nächstes schwanke ich noch zwischen Vortex von Anna Benning oder Noble Match von Nicole Knoblauch.

Welches Buch haben Sie als Jugendliche verschlungen?

Eins? Als Jugendliche bin ich mindestens alle zwei Wochen bei uns in die Bibliothek gefahren und habe mir einen ganzen Stapel ausgeliehen. Meist eine sehr bunte Mischung aus Fantasy, Histos und Jugendbüchern. Die drei Frage Zeichen, Vom Winde verweht, das Phantom der Oper oder auch Herr der Ringe… Es war einfach alles dabei.

Eine Marotte von Ihnen?

Wenn ich abends auf der Couch liege, müssen die Socken aus.

Mit wem würden Sie gern für einen Tag den Platz tauschen?

Ich würde gerne mit einem Jugendlichen tauschen. Ich bin großer Fan von Filmen, die Eltern mit den Kindern tauschen, um zu sehen, wie das Leben in der Rolle des anderen ist. Die Welt scheint sich immer schneller zu drehen und manchmal wünschte ich mir einfach auch Dinge nachzuholen, die ich damals nicht gemacht habe.

Wo klappt Offline besser als Online?

Mal runterkommen und sich entspannen. Einfach im Garten sitzen, die Sonne und eine leichte Brise auf der Haut spüren und die Füße hochlegen.

Total überwertet finde ich …  

… immer recht zu haben. Manchmal gibt es kein Wahr oder Falsch. Kein Schwarz oder Weiß. Die meisten Konflikte können nicht gelöst werden, weil man auf die eigene Meinung pocht.

Was wollten Sie als Kind immer werden?

Zeichnerin bei Disney.

Ihre Helden des Alltags?

Familien, die während der Pandemie Job, Haushalt und Kinderbetreuung jonglieren mussten.

Welche Gabe würden Sie gerne besitzen?

Telekinese. Es wäre einfach fantastisch Dinge nur mit den Gedanken zu bewegen. Da es das allerdings nicht wirklich gibt, würde ich mich auch mit mehr Selbstvertrauen begnügen. Ich bewundere Menschen, die selbstbewusst durchs Leben gehen. Gerade beim Schreiben fehlt mir leider oft dieses Vertrauen in mich und meine Geschichten.

 

Der Nikolaus

Kurze Vita:

Nikolaus von Myra. Geboren in Patara ca. 270 n. Chr., gestorben am 6.12. als alter Mann.
Er ist einer der bekanntesten Heiligen. Sein Gedenktag, der 6. Dezember, wird im gesamten Christentum begangen und ist mit zahlreichen Bräuchen verbunden.
In vielen Erzählvarianten beschenkt und lobt der heilige Nikolaus die guten Kinder, während er die Bösen tadelt und durch Schläge mit einer Birkenrute bestraft. 
Welche Kinder im letzten Jahr gut und welche böse waren, liest er in seinem „goldenen Buch“.

Lieber Nikolaus, Sie haben in den nächsten Tagen wieder eine große Tour vor sich. Alle Kinder in Kelsterbach erwarten gefüllte Stiefel. Wie bereiten Sie sich auf diesen Marathon vor?
Ich gehe trotz meines Alters 3mal die Woche zum Sport. Schwimme meine Runden, jogge mit Gewichten durch den Wald und fahre mit meinem Drahtesel durch den Taunus – sozusagen Nikolaus-Marathon! Ho, ho, ho!!!

 

Auf was sollen die Kinder achten, wenn sie ihre Stiefel putzen? Haben Sie da einen Tipp?
Ich sehe genau wer Bürste, Lappen und Schuhcreme benutzt hat! Manch einer probiert es mit Spucke, aber glänzen tun die Stiefel dann nicht! 

 

Was sagen Sie dazu, dass es Lebkuchen und Co schon im September in den Supermärkten zu kaufen gibt?
Ja, was glauben Sie als Leser denn, wann ich die ganzen Süßigkeiten für die Kinder einkaufen soll? Die Stiefel werden immer höher, die Ansprüche immer größer! Da muss ich nach den Sommerferien mit meinen Einkaufslisten losziehen!

 

Haben Sie aktuell ein Buch auf Ihrem Nachtisch liegen?
Ja, fürs Lesen haben ich immer Zeit! Gerade lese ich „Ein Junge namens Weihnacht“ von Matt Haig.
Ein grandioses Buch über die Geschichte des Weihnachtsmanns.

 

Und welches Buch sollte jedes Kind gelesen haben?
Genau dieses!

 

Eine Marotte von Ihnen?
Ich tunke Lebkuchen in Tee, Kaffee und Glühwein.

 

Total überwertet finde ich …  
Das die Kinder immer mehr Geschenke bekommen!
Liebe Eltern, Tanten, Onkel und Großeltern: eure Kinder wünschen sich nichts sehnlicher als Zeit mit Euch zu verbringen! Schenk Ihnen doch einfach im Alltag Eure Zeit! Lest Ihnen ein Buch vor, geht mit Ihnen durch den Wald, in die Bibliothek, ins Museum oder Theater… das finde ich, ist das schönste Geschenk!


Was ist die beste Zeit des Jahres?
Na, eindeutig die Advents- und Weihnachtszeit! All die Lichter, köstlichen Gerüche, Zeit in den Familien – was kann es Schöneres geben? Ho, ho, ho! 
Ich wünsche allen kleinen und großen Lesern eine schöne Adventszeit!

 

Helga Oehne

Warum leben sie gerne in Kelsterbach?
Ich bin ein Kriegskind, geboren in Frankfurt (Main). Meine Eltern wurden in Frankfurt-Höchst ausgebombt und fanden in Kelsterbach Freunde und ein neues Zuhause. Ich wuchs entsprechend in Kelsterbach auf, ging hier zur Schule und war früh mit den Vereinen verbunden – dieser rote Faden zog sich durch mein Leben. Ich bin Mitglied in vielen Vereinen und seit Jahrzehnten aktiv im Vorstand des Stenografen-Vereines „Gabelsberger 1913“e.V. und des Vereinsrings Kelsterbach. Mir gefällt die Stadt, die ich von Kind an wachsen sah und im Rahmen meiner Möglichkeiten durch Übernahme von Ehrenämtern, u.a. in der Politik – 20 Jahre Stadtparlament und seit 2021 im Magistrat - unterstützen durfte. Kelsterbach ist meine Heimat, die ich liebe..

An welchen Ort reisen Sie in Gedanken am liebsten?
Mein Beruf als Dolmetscherin führte mich durch Europa, USA und Nordafrika. Meine Tätigkeit war anstrengend, mit kleiner Freizeit, zugleich aber auch wunderschön: die ständige Fortbildung in meinen 3 Sprachen war erforderlich. Erholung fand ich beim Bergsteigen; ich belegte Kletterkurse in den Alpen Tirols und in der Schweiz; das bedeutete Entspannung für mich. Wenn ich an Reisen denke, freue ich mich erinnernd an die Nationalparks der USA und die vielen „bewältigten“ 3-Tausender des Tiroler Ötztals.

Welches Buch haben Sie gerade auf Ihrem Nachttisch liegen?
Lesen ist mein Hobby. Ich lese stets mehrere Bücher gleichzeitig: zwei unterschiedliche, anspruchsvolle Bücher (Biografien, Bestseller) – derzeit von Mario Vargas Llosa „Das böse Mädchen“, Erinnerungen von Joachim Gauck „Winter im Sommer – Frühling im Herbst“, Marc Levy „Sept jours pour une éternité“, die ich im Wohnzimmer lese, hin und wieder auch Gedichte von Schiller, dann, wenn ich Briefe schreibe und kleine Sprüche einpflege. Am Nachttisch liegt mein e-book, dass ich mit Reisebeschreibungen und leichter Kost zum guten Einschlafen bestücke. 

Eine Marotte von Ihnen?
Ich liebe Ordnung in meinem Leben, ich verabscheue Unpünktlichkeit und Geschwätz, das mir kostbare Lebenszeit raubt; ich stoße oft auf Verwunderung und Unverständnis, wenn ich mich unter Benennung des Grundes und mit der Bitte um Verständnis aus Gesprächen verabschiede. 

Mit wem würden Sie gern für einen Tag den Platz tauschen?
Ich bewundere viele Politiker und beneide sie nicht um ihre beruflichen Aufgaben und Aktivitäten. Tauschen hätte ich nie mit ihnen gewollt. Allerdings hätte ich gerne einmal einen Tag mit unserer früheren Bundeskanzlerin Frau Dr. Angela Merkel verbracht.

Wo klappt Offline besser als Online?
Ich pflege regelmäßige Korrespondenz mit Freunden/innen, Vereinen usw., hierzu benutze ich auch häufig meine alte Schreibmaschine. Ohne Online geht aber nichts mehr, das möchte ich nicht missen, es ist unserer digitalen Zeit geschuldet.
 
Total überbewertet finde ich ...
unsachliche Berichterstattungen der Medien über Corona und Politik. Ich erwarte korrekte, klare Berichte, keine Ausarbeitungen mit Horror, unklaren Aussagen und Verunsicherung, die teilweise aus Unkenntnis sogar noch gelobt werden.

Was ist Ihr nächstes Projekt?
Die derzeitige grausame Pandemie erlaubt eigentlich kein Pläneschmieden. Enttäuschung wäre die Folge. In meinen Gedanken bin ich beim Bergwandern und bei Kulturreisen, gerne würde ich nochmals Ägypten besuchen. Ein Projekt habe ich allerdings geplant: Sprachkurse in Barcelona zur Vertiefung bzw. Auffrischung meiner erlernten Fremdsprachen; das unternahm ich mehrere Male in den vergangenen Jahrzehnten.

Ihre Helden des Alltags?
Helden sind weltweit ausnahmslos für mich alle im Dienst der Gesundheit tätigen Menschen, sie setzen ihr Leben aufs Spiel, häufig wird es nicht geschätzt; ich wünsche diesen Personen weiterhin viel Kraft in der Ausübung ihrer übernommen Aufgaben; hier muss unsere Gesellschaft etwas tun. 

Welche Gabe würden Sie gerne besitzen?
Gerne würde ich, wie manche Politiker und Journalisten, eine halbe Stunde und länger frei reden können. Volle Bewunderung meinerseits.

Foto von Michael Trock


 

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65451 Kelsterbach

 

 

 
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